Verlängerung modifizierte Überbrückungshilfe

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bundesministerium für Finanzen hat mit heutiger Pressemitteilung detailliert zur konkreten Ausgestaltung der Verlängerung der Überbrückungshilfen Stellung genommen.
Wir möchten Ihnen daher die einen Überblick über die „neuen“ Antragsvoraussetzungen sowie weitere Besonderheiten geben.

Die Überbrückungshilfen werden für die Monate September bis Dezember fortgesetzt. Die ursprüngliche Überbrückungshilfe wurde für die Monate Juni bis August 2020 gewährt. Es sollen demnach weiterhin kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die durch die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders betroffen sind, unterstützt werden.

Zusätzlich dazu wurden einige Änderungen am Programm – insbesondere an den Antragsvoraussetzungen sowie der Höhe der Förderungen – vorgenommen:

Wie bereits bei der bisherigen Überbrückungshilfe ist weiterhin eine 2-stufige Prüfung vorzunehmen.

Erster Prüfungsschritt

Im ersten Schritt ist zu prüfen, ob Ihr Unternehmen dem Grunde nach antragsberechtigt ist. Hierfür werden nunmehr 2 verschiedene Voraussetzungen vorgeschrieben:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten
    (z.B. Vergleich April und Mai 2019 u. 2020 oder Juni und Juli 2019 u. 2020).

oder

  • Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

Sofern einer dieser beiden Voraussetzungen erfüllt ist, ist dies jedoch nur das „Eintrittstor“ um zunächst die theoretische Möglichkeit zu besitzen die entsprechenden Überbrückungshilfen zu erhalten.

Zweiter Prüfungsschritt

Im zweiten Schritt ist nunmehr zu prüfen, ob und wenn ja in welcher Höhe Sie eine Förderung für die Monate September bis Dezember erhalten. Dafür ist der jeweilige Monat mit dem Monat des Vorjahres zu vergleichen, wobei auch hier  einige Änderungen zugunsten erfolgt sind:

  • Umsatzeinbruch mehr als 70%: Erstattung von 90% der Fixkosten als Überbrückungshilfe (bisher 80% der Fixkosten).
  • Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70%: Erstattung von 60% der Fixkosten als Überbrückungshilfe (bisher 50% der Fixkosten).
  • Umsatzeinbruch mehr als 30% : Erstattung von 40% der Fixkosten als Überbrückungshilfe (bisher bei mehr als 40% Umsatzeinbruch).

Diese Vergleichsrechnung muss demnach für jeden Monat gesondert vorgenommen werden, um zu prüfen, ob für diesen Monat ein Anspruch und wenn ja in welcher Höhe besteht. Somit kann es u.U. dazu kommen, dass Sie die Voraussetzungen der Umsatzeinbußen bezogen auf die Monate April bis August 2020 erfüllt haben, jedoch z.B. nur für einen der möglichen vier Monate tatsächlich die Überbrückungshilfe erhalten, da in den anderen drei Monaten die Umsatzvoraussetzungen nicht gegeben sind.


Zudem wurden noch folgende weitere Punkte hinsichtlich der verlängerten Überbrückungshilfe ergänzt:

  • Die Deckelungsbeträge von 9.000€ (für Betriebe mit bis zu 5 Beschäftigten) und 15.000€ (für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten) wurden gestrichen, sodass begünstigte Unternehmen je nach Höhe der betrieblichen Fixkosten für 4 Monate bis zu 200.000€ an Förderung erhalten können.
  • Die Personalkostenpauschale von 10% der förderfähigen Kosten wird auf 20% erhöht.
  • Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Wie schon das laufende wird auch das neue Programm in einem vollständig digitalisierten Verfahren beantragt und bearbeitet. Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“, sodass die Antragsvoraussetzungen und die Höhe der Kosten weiterhin durch uns als Ihren Steuerberater bestätigt und verifiziert werden müssen.

Sollten Sie planen die Überbrückungshilfen in Anspruch zu nehmen, möchten wir Sie bitten, sich frühzeitig mit uns in Verbindung zu setzen, damit wir gemeinsam auch eine zeitliche Planung vornehmen können und gemeinsam die nächsten Schritte besprechen können.

Wir hoffen Ihnen hiermit eine Hilfestellung bieten zu können und stehen für weitere Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Ihr Kanzleiteam
Klinkenberg & Kloubert

 

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